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12.09.2019 11:08

130 %-Grenze auch für Fahrräder (hier Rennrad) bei wirtschaftlichem Totalschaden

Das OLG München ist entgegen der Vorinstanz, LG Traunstein (Urteil vom 11.05.2018, 5 O 2804/16) der Auffassung, dass die zu beschädigten Kraftfahrzeugen ergangene Rechtsprechung zur Ersatzfähigkeit der Reparaturkosten bis zu 130% des Wiederbeschaffungswerts sog. Integritätszuschlag auch auf ein nahezu vollständig beschädigtes Rennrad zu übertragen ist. Es beruft sich darauf, dass Fahrräder ebenfalls wie Kraftfahrzeuge in den letzten Jahrzehnten eine steige technische Weiterentwicklung vollzogen haben. Auf das Argument, dass der der Verweis auf ein gebrauchtes Rad mit Carbonrahmen nicht zumutbar ist, da ein Laie „Vorschäden“ ohne weitere aufwendige und kostenintensive Diagnostik nicht sehen/ beurteilen kann, beschäftigt es sich nicht. Auch die Tatsache, dass es einen „Gebrauchtfahrradmarkt“ wie bei Fahrzeugen für Rennräder in einer speziellen Preisklasse mit individuellen Komponenten wie Rahmengröße, Rahmengeometrie (Länge der Rahmenbauteile Oberrohr, Unterrohr, Vorbau, Sattelstütze, etc.) praktisch nicht gibt, geht das OLG nicht ein.

Die Berufung war von der in der ersten Instanz beklagten Haftpflichtversicherung gegen die dort zugesprochenen Reparaturkosten von 3.832,85 EUR eingelegt worden.

(OLG München, Urteil vom 16.11.2018, 10 U 1885/18)

Rechtsanwältin Anja Herrmann

 

 

Anja Herrmann, LL.M
Anja Herrmann, LL.M

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